Er war einmal Knastbruder und sass wohl in der Nähe von Antalya, der heutigen Türkei ein. Das ist lange her und der Grund für die Haft ist nicht ganz klar. Vermutlich hatte man keine so grosse Freude daran, dass er am Konzil von Nizäa, im Jahre 325, seinem Rivalen Arius eine löffelte. Überhaupt war er nicht nur beliebt. Er war nämlich aufmüpfig, was in seinen Kreisen gar nicht gerne gesehen ist. Noch dazu in seiner Rolle als Bischof! Inzwischen hat er aber eine Wahnsinnskarriere hingelegt. Von Streithahn und Knastbruder keine Spur mehr, heute strahlt er eine ruhige Überlegenheit aus, die weise anmutet und grösste Ehrerbietung verlangt. Wenn er spricht, mit seinem tiefen Bass, dann zucken die Kinder im ersten Moment zusammen und es wird ihnen sogleich wohlig warm ums Herz. Denn der alte Mann meint’s gut. Um das zu spüren, braucht man gar nicht zu verstehen, was er in seinen weissen Bart hinein murmelt. Nikolaus wird zwar immer noch hin und wieder wütend, doch macht er sich die Hände längst nicht mehr selber schmutzlig. Das Strafen übernimmt sein Knecht. Selber verteilt er lieber Nuss und Bire und andere Geschenke.
Womit wir beim aktuellen Problem all jener wären, die das Spielchen gerne mitspielen möchten. Von irgendwo her muss der Chlaus ja die Geschenke haben, die er den braven Kindern genauso wie den Rotzbengeln rausrückt. Was soll man den Kindern denn schenken (lassen), wenn doch Weihnachten auch gleich noch nachzieht? Eine Barbie? Ein Fussball? Ein iPhone? Oder vielleicht doch lieber etwas, das die Kids noch nicht haben...?